Natürliche Ausscheidungskommunikation

Die Vorstellung dass ein Baby, besonders ein Neugeborenes, keine Windel trägt, löst in uns eher ein Unwohlgefühl aus. Es ist kaum vorstellbar und hat man es vor sich, bekommt man schon etwas Angst, angepinkelt zu werden. Vielleicht kennt man auch die Geschichten von Müttern die schwören, dass das Kind immer lospieselt, sobald man die Windel aufmacht. 

 

Aber genau in diesem Phänomen liegt der Zauber. 

Denn so sind Babys gemacht, sie wollen nämlich gar nicht in eine Windel ausscheiden.

Besinnt man sich ein wenig darauf, dass die Natur uns alles mitgibt was man braucht, wird klar, dass man ursprünglich ja irgendwie ohne Windel ausgekommen ist. Und viele Völker dieser Welt haben gar keinen Zugang zu diesen.

Tatsächlich gibt es Rezeptoren am Bauch, die für das „anpieseln“ verantwortlich sind. Das hängt damit zusammen, dass wir Traglinge sind. Wird das Kind am Körper getragen, sorgt die Natur dafür, dass nicht direkt ausgeschieden wird. Es wäre riskant, würde eventuell Krankheiten verursachen oder Fressfeinde anziehen, träge man die Ausscheidung bei sich. 

Woher wissen die Mütter denn dann aber, wann die Babys müssen? 

 

Die Kinder nehmen von Geburt an wahr, wenn sie Harndrang haben und halten diesen zurück. Es unterscheidet sich auch kaum von älteren Kindern. Sie werden unruhig, zappeln, auf ihre Babyart einfach. Zusätzlich geben sie drückende Laute von sich, so etwas als ob sie sich anstrengen würden.

Besonders auffällig ist das 3-Monatskoliken Phänomen. Denkt man ein wenig darüber nach, ist es logisch dass Kinder nicht in eine Windel ausscheiden wollen und es im Liegen auch nicht besonders einfach können. Somit halten sie zurück, was einen Druck im Bauch verursacht. Dieser schmerzt. Fängt man an das Kind „abzuhalten“, verschwinden auch diese Bauchschmerzen in der Regel. 

Warum dies dann nach drei Monaten aufhört, fragst du skeptisch? Die ersten 3 Monate sind eine sensible Phase was die Ausscheidung angeht. Reagiert man in der Zeit nicht auf die Ausscheidungskommunikation, dann lernen die Babys quasi sich mit dem Schicksal abzufinden, sie werden zunehmend Inkontinent und verlieren auch zunehmend die Wahrnehmung über ihre Ausscheidung, besonders wenn sie mit Wegwerfwindeln gewickelt werden.

Der traurige Beigeschmack ist, dass durch diesen Rückbau an Nervenverknüpfungen, die Kinder auch in späteren Jahren viel länger brauchen, um nachts trocken zu werden. Viele Studien belegen diesen Zusammenhang, leider spricht kaum jemand darüber. 

 

Möchtest du mehr darüber wissen, melde dich gerne für eine Beratung. Auch wenn du die sensible Phase der ersten 3 Monate verpasst hast, gibt es viele Möglichkeiten dein Kind natürlich zu begleiten und frühstmöglich die Anlagen wieder zu aktivieren. 

Ganz ohne Druck kann der natürlich Umgang euch zu mehr Entspanntheit, besonders im ersten Lebensjahr, verhelfen.

Informier dich gerne auch erstmal selbst. In Deutschland hat sich für diese Praktik der Begriff „Windelfrei“ etabliert. Er meint aber, dem Kind die Möglichkeit zu geben, ohne Windel auszuscheiden. Es bedeutet nicht, dass Windeln nicht mehr verwendet werden sollen. Diese können in unsere Gesellschaft und besonders für den Lernprozess sehr nützlich sein, soweit sie als „Schutz“ betrachtet werden, anstatt sie wie eine „mobile Toilette“ anzusehen.